In seinem Vortrag „Planet ungerecht – danke für die Rohstoffe, sorry fürs Klima.“ beleuchtet Frank Herrmann die Zusammenhänge zwischen Konsum, Klimakrise und historisch gewachsenen Ungleichheiten. Dabei zeigt er auf, wie der materielle Wohlstand im Globalen Norden auf globalen Rohstoffketten beruht, deren ökologische und soziale Kosten überwiegend im Globalen Süden anfallen. Rohstoffabbau ist dort oft mit Umweltzerstörung, Landraub, gesundheitlichen Belastungen und prekären Arbeitsbedingungen verbunden, während Wertschöpfung und Konsum anderswo stattfinden. Herrmann erläutert, wie koloniale Machtverhältnisse und ungleiche Handelsstrukturen bis heute eine ungleiche Verteilung von Emissionen und Umweltfolgen prägen. Zugleich fragt er, wer von diesen Strukturen profitiert und wer die langfristigen ökologischen, sozialen und gesundheitlichen Kosten trägt, und diskutiert Wege zu mehr globaler Gerechtigkeit, von verändertem Konsum über faire Handelsbeziehungen bis hin zu einer sozial gerechten ökologischen Transformation.
Zur Person: Frank Herrmann arbeitete viele Jahre als Entwicklungsexperte in Lateinamerika und ist Autor zahlreicher Bücher zu fairem Handel, nachhaltigem Konsum und verantwortungsvollem Reisen. Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen zählen „Der Mächtigen Zähmung. Warum Konzerne klare Spielregeln brauchen“ und „Direkt. Einkaufen (fast) ohne Supermarkt“. Zudem initiierte er die „Faire Biketour“, die Nachhaltigkeitsthemen mit sozialem Engagement verbindet.

